Heute ist Tag des Baumes. In den letzten Wochen wurde in Uelzen leider Raubbau am Baumbestand getrieben. Ob im öffentlichen Raum für den neuen Busumsteiger oder auf Privatgrundstück an der ehemaligen Veerßer Klinik: Der Kahlschlag liefert ein trauriges Bild.

Klar ist: Fällungen sind manchmal unumgänglich. Klar muss aber auch sein: Mit jedem gefällten Baum geht nicht nur ein wertvoller CO2-Speicher verloren. Mit jeder Fällung verschlechtert sich das Mikroklima in der unmittelbaren Umgebung. Mit jeder Fällung geht Lebensraum für Insekten und Vögel verloren.

Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1:1 wiegen das nicht auf, denn junge Bäume bauen viel langsamer Biomasse auf als alte große Bäume. Sie binden dadurch auch wesentlich weniger CO2. In einem 80 Jahre alten Laubbaum der Wuchsklasse 1 (z.B. Buche, Eiche, Ulme, Kastanie, Linde oder auch Gingko) sind ca. 3,5 t CO2 gebunden. Die Stadt ist deshalb gefordert, jede Fällung sehr sorgfältig abzuwägen.

Der von der Verwaltung ins Spiel gebrachte Umweltfonds, aus dem „andere grüne Projekte“ finanziert werden sollen, greift für mich zu kurz. Anstatt eines „grünen Ablasshandels“ muss es für jede Fällung eine echte CO2-Kompensation durch Ersatzpflanzungen von Bäumen der Wuchsklassen 1 und 2 in ausreichendem Umfang geben.

Übrigens: je gesünder ein Baum ist, umso mehr CO2 bindet er. Besonders die Wasserversorgung in trockenen Wetterperioden spielt eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es sinnvoll, Bäume auf öffentlichem Grund zu wässern – entweder durch die betrieblichen Dienste oder auch durch Bürger, die Baumpatenschaften übernehmen.